Wie konsequent bist du?

Wie konsequent bist du?

 

Fällt es dir leicht bei deinen Mitarbeitenden etwas einzufordern? Falls ja, herzliche Gratulation!

 

Vielleicht geht es dir aber auch wie den Führungskräften in meinem letzten Workshop. Konsequent etwas durchzusetzen, kann anstrengend und schwierig sein.

 

Aber warum nur?

 

Bequemlichkeit

Es ist einfacher über vermeintliche Kleinigkeiten hinwegzusehen, als aus jeder Mücke einen Elefanten zu machen

 

Harmonieorientierung

Oft können wir die andere Person ja auch ein Stück weit verstehen und wollen doch einfach nur unsere Ruhe haben

 

Konsens- und Kompromissfokus

Insbesondere wir Schweizer sind Profis darin den Mittelweg zu finden. Wir geben ein Stück weit nach und erhoffen uns, dass das Gegebnüber dasselbe tut

 

Zeitdruck

Konsequentes Verhalten muss zeitnah geschehen. Da wir jedoch alle von einem Meeting zum anderen rennen bzw. klicken, scheint plötzlich der richtige Moment vorbei zu sein, etwas anzusprechen

 

Gewohnheit

Jedes Jahr an Sylvester nehmen wir uns vor konsequent weniger aufs Handy zu schauen, konsequent mehr Sport zu treiben oder konsequent gesünder zu essen. Doch schon bald ist es vorbei mit der Selbstdisziplin und die Gewohnheit holt uns wieder ein. Gewohnheiten zeigen sich z.B. darin, dass wir morgens nicht mehr bewusst entscheiden, ob wir nun einen Kaffee trinken oder nicht. Genauso automatisch sehen wir bei der Arbeit über Kleinigkeiten hinweg oder reden uns die Situation schön.

 

 

 

Was können wir also tun?

 

Das A und O ist eine vollständige Auftragsklärung

 

Ziel? Wer? Was? In welcher Qualität? Bis wann? Verantwortlichkeiten? Ressourcen? ...

 

Eine klare Auftragsklärung verhindert Missverständnisse und erspart spätere Verzögerungen, welche Zeit, Geld und oft viele Nerven kosten würden.

 

Im Alltag sind Aufträge jedoch oft wenig klar umrissen. Wir gehen von unseren Werten und Annahmen aus und setzen Vieles als selbstverständlich voraus. Und unser Gegenüber interpretiert unsere Aussagen mit seinen eigenen Werten und glaubt alles verstanden zu haben.

Und so ziehen beide von dannen in der Annahme, dass alles klar ist.

 

Mit der Zeit stellen wir fest, dass dem nicht so war.

 

 

Ein klärendes Gespräch führen

 

Daher ist es irgendwann notwendig ein klärendes Gespräch zu führen.

 

Dies haben wir im Workshop mit oben erwähnten Führungskräften geübt. Wichtig ist natürlich einen Gesprächsablauf zu haben, an dem wir uns orientieren können.

 

Was mir bei den Gesprächsübungen jedoch am meisten auffiel war, dass vielen Führungskräften nicht klar war, was wirklich ihr Ziel mit diesem Gespräch ist.

 

Was soll das optimale Ergebnis des Gespräches sein? Also sozusagen eine Auftragsklärung mit sich selbst.

 

Will ich dem / der Mitarbeitenden etwas spiegeln oder erwarte ich eine Verhaltensänderung? Und falls ja, welche?

 

 

Neue Gewohnheiten etablieren

 

Wie bei den Neujahrsvorsätzen hilft es auch bei unserem Thema sich neue Gewohnheiten anzutrainieren. Selbstdisziplin hilft gemäss Gewohnheitsforschern nur sehr wenig. Das neue Verhalten muss möglichst einfach zu organisieren sein, d.h. beim Sportvorsatz liegt das vollständige Equipment bereit und ich kann nur noch in die Joggingschuhe hüpfen und los. Daher ist es hilfreich das Gespräch so früh wie möglich zu suchen, bevor sich die Situation verhärtet und man sich immer mehr ärgert und es irgendwann ganz bleiben lässt. 

 

 

Was braucht es aus deiner Sicht, um konsequent sein zu können?

 

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